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Verschärfte Aufzeichnungspflicht für Bareingänge und Barausgänge ab 01.01.2007

Die neue Einzelaufzeichnungspflicht

Mit dem Betrugsbekämpfungsgesetz 2006 wurde u.a. die Aufzeichnungspflicht für die Bareingänge und Barausgänge neu geregelt. Gem. § 131 Abs. 2 Z 2 BAO müssen ab 1.1.2007 die Bareingänge und Barausgänge einzeln festgehalten werden. Die dazu angekündigte Verordnung des BMF wurde am 21.11.2006 erlassen (BGBI II Nr. 441/2006). Zusätzlich veröffentlichte das BMF eine „Information über Erleichterungen aufgrund der Einzelaufzeichnungspflicht ab 1.1.2007 ? Barbewegungsverordnung“. Dazu die wichtigsten Eckpunkte:

Einzelaufzeichnungen

Die Verwendung elektronischer Registrierkassensysteme ist nicht verpflichtend, es sind auch Paragondurchschriften, händische Aufschreibungen, Losungsblätter oder Strichlisten möglich. Es genügen lt. BMF-Information auch händische Aufschreibungen der einzelnen vereinnahmten Beträge in chronologischer Reihenfolge. Aufschreibungen nach Erlösarten (zB Bier, Wein, Kaffe) sind demnach nicht vorgeschrieben. In der Gastronomie kann die gesamte Tischabrechnung des Kellners; auch wenn die Gäste „zeitnahe einzeln bar“ bezahlen, als Einzeleingang gesehen werden.

Vereinfachte Losungsermittlung

Für einen Betrieb oder einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb kann eine vereinfachte Losungsermittlung (siehe nächsten Satz) jeweils ab Beginn eines Wirtschaftsjahres in Anspruch genommen werden, wenn der Betrieb in den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren einen Umsatz von maximal ? 150.000,00 erzielt hat.

Die vereinfachte Losungsermittlung erfolgt nach § 3 der zitierten Verordnung wie folgt:

  • Ermittlung der gesamten Bareingänge eines Tages durch Rückrechnung aus dem ausgezählten Anfangs- und Endbestand. (Anmerkung: Also der bewährte tägliche „Kassasturz“ mit Zurechnung der Ausgaben und Privatentnahmen und Abzug etwaiger Privateinlagen und des Kassastandes vom Ende des Vortages).
  • Die Ermittlung der Tageslosung durch Rückrechnung muss durch Kassaberichte nachvollziehbar sein und muss spätestens zu Beginn des nächstfolgenden Arbeitstages erfolgen. Diese Rückrechnung muss für jede Kassa gesondert erfolgen.
    Achtung: Konnte die Tageslosung schon bisher durch die Aufzeichnung der einzelnen Bareingänge ermittelt werden, ist eine Ermittlung durch Kassasturz nicht zulässig!

Überschreiten der Umsatzgrenze von ? 150.000,--

Es gilt der Nettoumsatz (also ohne Umsatzsteuer) gem. § 125 BAO. Wird diese Grenze in zwei aufeinander folgenden Jahren überschritten, sind ab Beginn des zweitfolgenden Jahres Einzelaufzeichnungen zu führen. Wird die Grenze in zwei unmittelbar vorangegangen Wirtschaftjahren nicht überschritten, kann ab Beginn des Folgejahres vereinfacht ermittelt werden.

Toleranzgrenze

Ein Überschreiten der Umsatzgrenze bis zu 15 % innerhalb dreier Jahre ist nicht schädlich. Wird die Grenze bis zu 15 % überschritten, führt das nur dann zur Einzelaufzeichnungspflicht, wenn eine solche Überschreitung bereits in einem der beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahre erfolgt ist.

Verkauf „im Freien“

Bei Verkäufen an „öffentlichen Stellen“ ohne fest umschlossene Räumlichkeiten ist die Losungsermittlung durch „Kassasturz“ auch ohne Umsatzgrenze generell möglich. Nicht darunter fallen der Gassenverkauf vor Eissalos und der Verkauf in Schanigärten, da sie in Zusammenhang mit fest umschlossenen Räumen stehen. Auch Taxis zählen zu den „fest umschlossenen Räumen“, daher besteht Einzelaufzeichnungspflicht.

Übergangsregelungen

Betriebe, die bisher eine vereinfachte Losungsermittlung vorgenommen haben, werden bei Überschreiten der Grenze von ? 150.000,-- in den Jahren 2005 und 2006 frühestens ab 1.1.2008 zu Einzelaufzeichnungen verpflichtet. Andererseits sind Betriebe, die schon bisher Einzelaufzeichnungen vorgenommen haben und die Grenze von ? 150.000,-- im Jahre 2006 überschritten haben, nicht berechtigt 2007 und 2008 auf die vereinfachte Losungsermittlung überzugehen.

 
 
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